Tanz Bozen - Bolzano Danza

Ein Festival mit zwei Seelen

Seit über 40 Jahren strömen im Juli Tanzbegeisterte aus Südtirol und ganz Italien, aus dem deutschsprachigen Raum Europas, aus Luxemburg, Frankreich, Spanien, ja sogar aus den USA nach Bozen; hier wird ihnen die Möglichkeit geboten, Tanz zu lernen, sich tänzerisch weiterzuentwickeln und die Werke der größten internationalen Choreograf*innen auf der Bühne zu sehen. Die Zahlen sprechen für sich: Die Anzahl der Teilnehmer*innen wuchs von 96 Eingeschriebenen im Jahre 1985 auf bis zu 900 Teilnehmer*innen in den Jahren 2007 bis 2012. In den vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der Teilnehmer*innen bei rund 750 bis 800 eingependelt. Über 400 Choreograf*innen aus 5 Kontinenten präsentierten ihre Arbeiten in Bozen.

Dank der Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Haydn von Bozen und Trient, dem Veranstalter der Tanzaufführungen, und dem Südtiroler Kulturinstitut, das seit 2003 für die Planung und Koordinierung der vielfältigen Tanzkurse verantwortlich zeichnet, ist diese Veranstaltung von einer wechselseitigen Beziehung zwischen aktiv praktiziertem Tanz für alle und professioneller Bühnenkunst geprägt.

In den zwei Kurswochen werden jährlich insgesamt etwa 80 Tanzkurse für Erwachsene und zehn Kids-Pakete für den Nachwuchs von 5 bis 14 Jahren angeboten. Rund 30 international erfolgreiche Tanzdozent*innen und acht Musiker verwandeln nicht nur das Stadtviertel Gries, wo die Kurse in sechs Schulen abgehalten werden, sondern ganz Bozen in eine Tanzstadt.

Die Dozent*innen von Tanz Bozen-Bolzano Danza werden in erster Linie aufgrund ihrer pädagogisch-künstlerischen Qualifikationen ausgewählt. Dabei wird sowohl auf Kontinuität als auch auf Erneuerung geachtet. Zu einem Grundstock an Lehrer*innen, die das Festival seit langem begleiten kommen jedes Jahr neue Lehrende dazu, die auch die neuesten Stile unterrichten. In den verschiedenen Niveaustufen können Anfänger*innen ebenso wie Profis bei den besten Dozent*innen lernen. Der Großteil der Kurse wird live von ausgezeichneten Musikern begleitet.

Das Kursprogramm von Tanz Bozen zeichnet sich vor allem aus durch

  • die Qualität und Professionalität der Dozent*innen
  • die große Vielfalt und Bandbreite der angebotenen Stile
  • die Offenheit für Anfänger ebenso wie für Profis
  • die Bedeutung der Live-Musik und der ausgezeichneten Korrepetitoren
  • das fundierte Angebot für Kinder
  • die besonders freundschaftliche Atmosphäre sowohl im Dozent*innenteam als auch zwischen Lehrenden und Teilnehmer*innen
  • die Location, d.h. durch die Stadt Bozen als attraktiver Austragungsort für Gäste aus dem Ausland

Künstlerische Leitung

Sharon Booth ist seit 2015 Künstlerische Leiterin der Workshops von Tanz Bozen – Bolzano Danza.

Die gebürtige Kanadierin wirbelte nach ihrer Ausbildung an der National Ballet School of Canada, am Banff Centre und an der renommierten Juilliard School in New York über die internationalen Bühnen. Nach Stationen bei Savage Jazz, Company C Contemporary und dem Smuin Ballet in San Francisco wurde sie als Erste Solotänzerin von Les Ballets Jazz de Montréal gefeiert.
Doch das Leben schreibt seine eigenen Choreografien: Nach einer schweren Hüftverletzung tauschte Sharon das Rampenlicht gegen eine neue Leidenschaft und ließ sich in Wien nieder. Dort wurde sie zertifizierte Pilates-Trainerin und teilt ihr Wissen an der Wiener Staatsoper sowie auf verschiedenen Tanzfestivals. 2020 eröffnete sie schließlich ihr eigenes Tanzstudio „InDancity“ in Wien.
Im Jahr 2025 zeichnete Sharon für die Regie der neuen Produktion „Strau$$“ des berühmten Brass-Ensembles Mnozil Brass verantwortlich.

Organisation

Eva Luzia Preindl hat seit 2025 die Projektleitung des Workshop-Programms von Tanz Bozen – Bolzano Danza inne.

Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften sowie Deutsche Philologie in Graz und Wien.
Während ihres Studiums sammelte sie Erfahrungen am Schauspielhaus Zürich, am Schauspielhaus Wien und am Volkstheater Wien. Am Volkstheater war sie in der Dramaturgie-Abteilung und zuletzt unter der Intendanz von Kay Voges als Künstlerische Produktionsleiterin für Koproduktionen, Gastspiele und Konzerte tätig. Sie arbeitete mit nationalen und internationalen Künstler*innen, Kollektiven, Kultureinrichtungen, Agenturen und Bands zusammen (u. a. Rimini Protokoll, Fronte Vacuo, Doris Uhlich, Paul McCarthy, Christian Morin, TQW, Viennale, IWM, Buch Wien, Danger Dan, Calexico, Peaches, Schmusechor).
Eva lebt heute in Bruneck.